Fernweh & Finanzen – Arbeiten, wo andere Urlaub machen.

Kenia – Warum diese Reise für mich mehr ist als Urlaub

Wenn Anfang des Jahres viele Menschen an Sonne, Strand und Erholung denken, beginnt für mich inzwischen etwas anderes: die Reise nach Kenia.

Seit 2024 fliege ich jedes Jahr gemeinsam mit Freunden an die kenianische Küste. Ausgelöst wurde diese Tradition durch meinen Maklerkollegen und Freund Kai, der dort seit vielen Jahren verschiedene soziale Projekte unterstützt. Was ursprünglich als Reise zu einigen kleinen Hilfsprojekten begann, ist für mich inzwischen zu einem festen Bestandteil meines Jahres geworden.

Es gibt Orte auf der Welt, an denen man sich bereits nach wenigen Besuchen wie zu Hause fühlt. Für mich ist einer dieser Orte die Region nördlich von Mombasa.

Wenn wir dort ankommen, treffen wir nicht einfach Projektleiter oder Ansprechpartner. Wir treffen Freunde. Menschen, die wir inzwischen seit Jahren kennen. Vertraute Gesichter. Kinder, die wir haben aufwachsen sehen. Familien, deren Geschichten wir kennen.

Es ist beeindruckend zu beobachten, was sich über die Jahre entwickelt hat. Viele der Projekte, die wir besuchen, bestehen aus kleinen Ideen mit großer Wirkung. Ein Brunnen, der ein Dorf mit sauberem Wasser versorgt. Eine Pumpe, die repariert werden muss, damit Frauen nicht mehr kilometerweit Wasser tragen müssen. Ein Waisenhaus, das Kindern eine Perspektive gibt. Kleine Initiativen, die das Leben vieler Menschen dauerhaft verbessern.

Mein Lieblingsprojekt: Fußball als Lebensschule

Besonders ans Herz gewachsen ist mir das Fußballprojekt von Lydia.

Lydia war früher kenianische Frauenfußball-Nationalspielerin. Heute investiert sie ihre Zeit und ihre Energie in Kinder, die oft unter schwierigen Bedingungen aufwachsen.

Mehr als 150 Kinder treffen sich inzwischen regelmäßig, um gemeinsam Fußball zu spielen. Doch Fußball ist dabei nur das Werkzeug.

Die Kinder lernen Disziplin. Sie lernen Teamgeist. Sie lernen Verlässlichkeit, Zusammenhalt und Verantwortung. Gleichzeitig vermittelt Lydia Themen wie Hygiene, Schulbildung und persönliche Entwicklung.

Viele der Kinder kommen aus Familien, die kaum über die Runden kommen. Manche gehen nicht regelmäßig zur Schule, weil selbst die vergleichsweise geringen Schulgebühren nicht bezahlt werden können.

Hier helfen wir gemeinsam mit Freunden und Unterstützern aus Deutschland immer wieder dort, wo Hilfe unmittelbar gebraucht wird.

Und manchmal sind es die kleinen Dinge, die besonders bewegen.

Bei unserem Besuch 2026 hatten viele Kinder morgens noch nichts gegessen. Also kauften wir Wasser, Milch und Toast. Für uns eine Kleinigkeit. Für viele Kinder die erste Mahlzeit des Tages.

In solchen Momenten wird einem bewusst, wie unterschiedlich Lebensrealitäten sein können.

Warum mich Kenia jedes Jahr erdet

Wenn ich nach Deutschland zurückkehre, nehme ich mehr mit als Erinnerungen und Fotos.

Diese Reisen erinnern mich daran, wie privilegiert unser Leben in Europa ist. Natürlich haben auch wir Herausforderungen. Natürlich gibt es Probleme.

Aber wenn man erlebt hat, wie Menschen mit deutlich weniger Möglichkeiten ihren Alltag meistern, dann relativieren sich viele Dinge. Kenia erdet.

Es zeigt, dass Glück oft nicht von materiellem Wohlstand abhängt. Es zeigt, wie viel Lebensfreude Menschen trotz schwieriger Umstände entwickeln können. Und es zeigt, dass bereits kleine Hilfen große Wirkung entfalten können.

Wir werden die Armut in Kenia nicht beenden.

Aber wenn wir dazu beitragen können, einzelnen Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen, einer Familie den Zugang zu sauberem Wasser zu sichern oder einem jungen Menschen den Schulbesuch zu ermöglichen, dann ist das jede Unterstützung wert.

Der Start meines Reisejahres 2026

Auch 2026 begann mein persönliches Reisejahr wieder in Kenia.

Und wie jedes Mal habe ich das Land mit vielen neuen Eindrücken, großer Dankbarkeit und dem Gefühl verlassen, mehr bekommen als gegeben zu haben.

Zurück bleiben Freunde, Erinnerungen und die Vorfreude auf das Wiedersehen.

Denn manchmal gibt es Orte auf dieser Welt, die man besucht.
Und manchmal gibt es Orte, die einen dauerhaft begleiten.
Kenia gehört für mich inzwischen eindeutig zur zweiten Kategorie.

Ein großer Dank geht auch an meinen kleinen Spenderkreis, der mir Geld zur Verfügung stellt, damit ich in Kenia gutes tun kann. Hier kommt jeder Euro an und wirkt!!!
Ihr
Wolfgang Ruch