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🇳🇿 In Neuseeland angekommen – ein erster Eindruck

Endlich sind wir am anderen Ende der Welt angekommen!

Auch wenn der Flug sehr angenehm war, sind über 48 Stunden Reisezeit natürlich nicht ohne. Der aktuelle Zeitunterschied zwischen Deutschland und Neuseeland beträgt 10 Stunden. Da muss sich der Körper erst einmal umstellen.

Schon in den ersten Stunden ist uns etwas besonders aufgefallen: die Freundlichkeit der Menschen. Egal ob am Flughafen, im Geschäft oder einfach auf der Straße – überall wird man freundlich begrüßt und angelächelt. Das sorgt sofort für ein gutes Gefühl.

Das erste kleine Abenteuer begann bereits beim Weiterflug von Auckland nach Nelson. Während auf dem internationalen Flughafen riesige Langstreckenflugzeuge – beispielsweise ein Airbus A380 – landen, geht es auf dem direkt daneben liegenden Inlandsflughafen deutlich gemütlicher zu.

Unser Flug fand mit einer DHC-8-300 Dash 8 statt, einer 50-sitzigen Turbopropmaschine.

Für mich war aber nicht das Flugzeug die größte Überraschung, sondern der Weg dorthin.

Ich konnte es kaum glauben: Keine Passkontrolle, keine Sicherheitskontrolle – lediglich die Bordkarte wurde kontrolliert. Anschließend gingen wir direkt vom Terminal über das Rollfeld zum Flugzeug.

Zuerst dachte ich, das müsse ein Versehen sein. Aber nein – in Neuseeland ist das bei vielen Inlandsflügen völlig normal. Fliegen fühlt sich hier fast so unkompliziert an wie Bahnfahren. Ich muss zugeben: Ich habe vor Staunen den Mund kaum wieder zubekommen.

In Nelson angekommen wurden wir bereits herzlich von Vertretern der Schule empfangen. Für Svenja beginnt nun ein ganz besonderes Abenteuer. In der ersten Woche nimmt sie gemeinsam mit vielen anderen deutschen Jugendlichen an einer Einführungswoche teil. Dort lernen sie Land, Leute und das Schulsystem kennen, bevor in der kommenden Woche der Unterricht beginnt.

Natürlich habe ich mich auch ein wenig mit Neuseeland beschäftigt und dabei einige interessante Fakten entdeckt, die mich selbst überrascht haben.

Neuseeland hat gerade einmal rund 5,36 Millionen Einwohner. Davon sind etwa 30 Prozent Immigranten (das heißt: im Ausland geboren). Kinder von Immigranten, die bereits in Neuseeland geboren werden, gelten dagegen als gebürtige Neuseeländer und werden in dieser Statistik nicht mehr als im Ausland Geborene erfasst. Der Ausländeranteil nach unserer deutschen Definition würde damit rechnerisch deutlich über 50 Prozent liegen.

Das Land besteht aus einer Nord- und einer Südinsel. Rund 77 Prozent der Bevölkerung leben auf der Nordinsel, nur etwa 23 Prozent auf der Südinsel. Allein im Großraum Auckland lebt ungefähr ein Drittel der gesamten Bevölkerung Neuseelands.

Und weil so viel Platz ist, teilen sie sich das Land einfach mit den Schafen: Auf jeden Einwohner kommen heute noch mehr als vier Schafe. Insgesamt leben rund 23 Millionen Schafe in Neuseeland – in den 1980er-Jahren waren es sogar einmal etwa 70 Millionen.

Die gesamte Südinsel zählt nur etwa 1,22 Millionen Einwohner. Nelson, wo wir jetzt sind, hat gerade einmal rund 55.000 Einwohner und wirkt dadurch angenehm überschaubar.

Einen kleinen Planungsfehler muss ich allerdings zugeben: Ich habe nicht völlig im Vorfeld verstanden, was es bedeutet, dass im Juli hier Winter ist. Während in Deutschland Hochsommer herrscht, liegen die Temperaturen tagsüber häufig nur bei etwa 14 Grad und nachts bei rund 5 Grad.  (in ein paar Tagen bin ich aber auf Vanuatu und da ist es wärmer…)

Beeindruckt bin ich aber vor allem davon, wie entspannt und sicher das Leben hier wirkt. Neuseeland zählt zu den sichersten Ländern der Welt. Besonders außerhalb der Großstädte erzählen viele Einheimische, dass sie ihre Häuser häufig gar nicht abschließen. Dieses große Vertrauen untereinander spürt man an vielen Stellen.

Nach den ersten Tagen kann ich jedenfalls sagen: Mein erster Eindruck von Neuseeland ist durchweg positiv. Die wunderschöne Natur, die Gelassenheit der Menschen und die entspannte Lebensweise begeistern mich schon jetzt.

Ich freue mich deshalb schon heute darauf, im Dezember gemeinsam mit meiner Frau noch einmal für zwei Monate zurückzukehren, um dieses faszinierende Land noch intensiver kennenzulernen.

Bis dahin werde ich euch hier regelmäßig von meinen Erlebnissen am anderen Ende der Welt berichten. 🇳🇿