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🇻🇺 Auf dem Weg in die Südsee (Vanuatu)

Nach einer kleinen Geburtstagsfeier mit meiner Tochter ging es für mich am nächsten Tag über Australien weiter in die Südsee – genauer gesagt nach Vanuatu. Der kleine Inselstaat im Südpazifik stand schon lange auf meiner Wunschliste, denn hier befinden sich einige der spektakulärsten Wracktauchplätze der Welt.

Leider empfing mich Vanuatu zunächst nicht mit strahlendem Sonnenschein. Obwohl aktuell Winter ist und diese Jahreszeit eigentlich als die beste Reisezeit gilt, sorgte ein hartnäckiges Tiefdruckgebiet für mehrere Tage mit kräftigen Regenschauern. Teilweise regnete es stundenlang. Inzwischen herrscht aber wieder gutes Wetter…  😊

Natürlich hätte ich lieber die Sonne und das Meer genossen, aber jede Reise hat ihre eigenen Geschichten. So nutzte ich die Zeit, um einige berufliche Dinge zu erledigen, offene Aufgaben abzuarbeiten und die nächsten Stationen meiner Reise zu planen. Manchmal schenkt einem schlechtes Wetter genau die Ruhe, die man im Alltag selten findet.

Zwischen den Regenschauern blieb aber genügend Zeit, die Hauptstadt Port Vila zu erkunden. Besonders gefallen hat mir der Spaziergang entlang der Uferpromenade und durch die kleinen Straßen der Innenstadt. Überall begegneten mir freundliche Menschen, kleinen Geschäften und dem entspannten Lebensgefühl der Südsee. Dabei ist mir aufgefallen, dass es viele Ähnlichkeiten zur Karibik gibt.

Sehr schön ist der Kontakt zu den Einheimischen z.B. beim Besuch einer Markthalle. Hier verkaufen die Einheimischen frisches Obst, Gemüse und lokale Spezialitäten. Besonders interessant fand ich den kleinen Restaurantbereich. Auf den ersten Blick wirkt er wie ein einziges Restaurant – tatsächlich besteht er aus mehreren kleinen Küchen, die jeweils von einer Familie betrieben werden. Gekocht wird direkt vor den Gästen, und gegessen wird gemeinsam an den Tischen davor. Authentischer kann man die einheimische Küche kaum erleben.

Bei meinen Reisen halte ich mich übrigens an meine persönliche 20:1-Regel: Sind zwanzig Einheimische auf einen Touristen im Restaurant, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass das Essen frisch zubereitet wird und hervorragend schmeckt. Mit dieser Regel bin ich in den vergangenen Jahren weltweit sehr gut gefahren.

Was mich an Vanuatu schon nach kurzer Zeit begeistert hat, ist die Gelassenheit der Menschen. Niemand scheint es eilig zu haben, überall wird freundlich gegrüßt und selbst ein Regenschauer bringt hier niemanden aus der Ruhe. Dieses entspannte Lebensgefühl ist ansteckend und macht einen großen Teil des Charmes dieses kleinen Inselstaates aus.

Nach einigen Tagen in Port Vila ging es schließlich mit einem kleinen Propellerflugzeug weiter auf die Insel Espiritu Santo. Allein dieser Inlandsflug war schon ein Erlebnis. Wer große internationale Flughäfen gewohnt ist, wird hier überrascht sein. Sicherheitskontrollen gibt es nicht. Statt langer Warteschlangen und Scanner läuft alles angenehm unkompliziert ab.

Auch die Gepäckausgabe ist erfrischend pragmatisch gelöst. Anstelle eines kilometerlangen Gepäckbands werden die Koffer nach der Landung einfach auf einen großen provisorischen Holztisch gelegt. Jeder nimmt seinen Koffer herunter und wenige Minuten später ist der kleine Flughafen schon wieder fast leer. Diese entspannte und unkomplizierte Art passt perfekt zu Vanuatu und vermittelt sofort das Gefühl, weit weg vom hektischen Alltag zu sein.

Für mich beginnt nun der eigentliche Höhepunkt der Reise. Espiritu Santo ist weltweit bekannt für seine spektakulären Wracktauchplätze. Mit der SS President Coolidge und dem Million Dollar Point warteten zwei Tauchziele auf mich, die seit vielen Jahren ganz oben auf meiner persönlichen Wunschliste standen.